+++ Online Tool: Testen Sie Ihre Webseite auf fehlerhafte Links. [> zum Online Test <]

 

 
 

SEO-Consulting.de in der Presse:
acquisa 10/2008 (red. Erwähnung), web selling 4/2008 (Interview), Internet Intern 1/2008 (Interview), Internet World Business 2/2006 (red. Erwähnung), c't 2005, Heft 12 (red. Erwähnung)

zurück | alle Artikel

Hat Google Probleme mit Klickbetrug?

vom 08.12.2004

intern.de berichtet über eine Aussage von Googles Chief Financial Officer George Reyes auf einer Investoren Konferenz der im Klickbetrug eine grundsätzliche Gefahr für das Geschäftsmodell für Suchmaschinen sieht. Bereits vor 2 Wochen berichtete seo-consulting über ein Gerichtsverfahren welches Google gegen eine US amerikanische Firma wegen Betrugs führt.

Wirklich überraschend kommt diese Aussage eigentlich nicht, denn Google hat diese Gefahr sogar schon in den Formularen erwähnt, die der Börsenaufsicht SEC vor dem Börsengang überlassen wurden. Doch so deutlich und vor allem dringlich wie Reyes hat noch niemand das Problem geschildert. Wie er meint, muss "wirklich wirklich schnell etwas geschehen", um das Geschäftsmodell Googles nicht zu gefährden.

Diese Bedrohung wird verständlich, wenn man bedenkt, dass Google etwa 98 Prozent seiner Einnahmen durch die Pay-per-Click Werbung erzielt. Und die Gefährdung des Geschäfts besteht nicht nur darin, den betroffenen Werbekunden die fälschlich entstandenen Kosten zu erstatten. Auch der Vertrauensverlust dieser Kunden muss in die Rechnung einbezogen werden.

Das zeigt das Beispiel eines Spam-Dienstleisters, das von der Financial Times zitiert wird. Dynmark, ein Anbieter von "Bulk Text Message und Bulk SMS" Dienstleistungen, hat bisher bei Google geworben und dabei Click-Thru-Raten von 1 bis 2 Prozent erzielt. Doch plötzlich stiegen diese Klickraten auf Werte zwischen 60 und 70 Prozent. Mehrere andere Unternehmen, die ebenfalls "Bulk SMS" und "SMS Gateway" als Auslöser ("Trigger") für ihre Werbeeinblendungen gebucht hatten, machten ähnliche Erfahrungen.

Laut den Log-Eintragungen handelte es sich dabei aber nicht um menschliche Besucher, sondern um vermutlich automatisierte Aufrufe, die möglicherweise von Rechnern in Asien ausgingen. Nachdem Google darüber informiert worden war, erfolgte eine umfassende Kostenerstattung. Doch gleichzeitig wurde empfohlen, das Werbe-Budget zu erhöhen, um nächstens nicht wieder so schnell den gesamten Etat "durchzubrennen". Mit dieser Empfehlung ist Dynmark aber nicht einverstanden und hat stattdessen sein Engagement bei Google zunächst einmal pausiert.

Dass in diesem Fall ausgerechnet ein Spam-Dienstleister Opfer wurden, kann bedeuten, dass es beim Klickbetrug ("Click Fraud") vielleicht nicht immer nur um finanzielle Interessen geht. Möglicherweise kann auch Rache oder eine andere Motivation für diese Schädigungsabsicht verantwortlich gemacht werden. Dass Wettbewerber bei dieser Betrugsform häufiger als Täter in Erscheinung treten, ist ebenfalls bekannt.

Stellt sich die Frage, inwieweit schon heute der Klickbetrug in die Werbeausgaben der Google-Kunden einzurechnen ist. Alchemist Media, ein Suchmaschinen-Optimierer und daher in dieser Frage vielleicht nicht ganz unvoreingenommen, geht davon aus, dass etwa 20 Prozent aller Klicks dem Betrug beziehungsweise der Fälschung dienen.

Das Unternehmen hütet sich zwar, diese allgemeine Aussage auf Google zu spezifizieren. Dafür spart Alchemist Media nicht an Kritik, wenn es um die die bisherigen Reaktionen Googles auf diese Bedrohung geht. Keine andere Suchmaschine ist demnach so halsstarrig gewesen und so unwillig, mit seinen Werbekunden zu kooperieren. Doch nun plötzlich ändere die Suchmaschine die Tonlage, weil es unter dem Druck der Anzeigenkunden und der Medienberichterstattung stehe. Die so bedrohliche Einschätzung der Situation durch den CFO Reyes ist demnach nur ein Hinweis auf diesen politischen Richtungswechsel.

 

<<< vorheriger Artikel
Google goes TV
nächster Artikel >>>
URL Hijacking bei Google

 

 

 
Web www.seo-consulting.de

 © seo-consulting.de 2004 - 2007 · Alle Rechte vorbehalten · Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Autors | Sprechende URLs