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SEO: Vorsicht bei ménage à trois

vom 09.06.2008

Auf die klassische Dreiecksbeziehung stößt ein SEO öfter als man gemeinhin denken mag. Die Firma betreibt eine Webseite, das Urheberrecht und Copyright hält die Webagentur, der SEO als Dritter im Bunde soll jetzt die Homepage der Firma optimieren. Wie bekommt man die Webagentur mit ins Boot?

Grundsätzlich sollte der SEO sich vorab informieren, wer über Änderungen an der Homepage entscheidet. Wenn das geklärt ist, gilt es zu erfahren, wer die benötigten Änderungen absegnen muß (z.B. Marketing Abteilung, Vertriebsabteilung). Besonderes Feingefühl, welches oftmals an diplomatisches Verhandlungsgeschick grenzt, ist gefordert, wenn die Webagentur für die Absegnung und die Umsetzung zuständig ist.

Man stelle sich vor, ein Team aus internen und Agenturmitarbeitern hat wochenlang über die Gestaltung von Seitentiteln nachgedacht und schließlich umgesetzt. Kommt der SEO daher, und schlägt vor diese Titel doch zu optimieren, damit der Zusammenhang zum Webseiteninhalt hergestellt wird. Dieser Optimierungsversuch kann zu den größten Feindschaften führen, da die internen Mitarbeitern zum einen ihren Einfluß auf die Gestaltung schwinden sehen, zum anderen sich der Frage ausgesetzt sehen, warum das Thema denn eigentlich nicht schon bei der Erstellung berücksichtigt wurde.

Eine Webagentur hingegen reagiert oftmals nicht mit Ablehnung, hier kann gelegentlich schon von Kriegserklärungen gegen den SEO gesprochen werden. Immerhin hat die Agentur sicherlich schon Auszeichnungen gewonnen, zum anderen hat man SEO bisher grundsätzlich nicht berücksichtigt und darüberhinaus müsste ja alles umgebaut werden und das Design leidet selbstverständlich auch. Texte maschinenlesbar darzustellen ist oftmals für Homepage Designer das schlimmste Übel, da zieht das Argument langfristig durch SEO mehr Firmenumsatz zu generieren schon mal gar nicht. Geschickt wird der Hinweis als Verteidigungsinstrument aufgenenommen, dass der Aufbau einer Homepage ja schon mal gar nicht den Umsatzerfolg eines Unternehmens beeinflussen kann.

Notfalls hilt nur eines, raus aus dem Vertrag! Wer erst seine Vorarbeiten erledigt, inkl. aller Analysen und Reports, der wird sich nachher ärgern wenn die Agentur den SEO Auftrag komplett versanden lässt. Komplett versandet kann auch bedeuten, dass die Agentur halbherzig nur gut 25% der geforderten Änderungen umsetzt, was oftmals leider nur dazu führt, dass gerade eine handvoll Besucher mehr über Suchmaschinen generiert werden. Hochgenrechnet auf 100% wären das also maximal 20 Besucher mehr. Manchmal ist es besser, Webagenturen genau in diesem Punkt recht zu geben und sich einen neuen Auftraggeber zu suchen.

Ältere Artikel zum Thema:
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